New-Work in der Therapiepraxis

New-Work

Wie die „Neue Arbeit“ unsere Praxen verändert

Als Frithjof Bergman seine ersten Publikationen über die neue Arbeit verfasste, war er seiner Zeit weit voraus. Denn sein Aufsatz „Eine Welt in der wir leben wollen“, stammt aus dem Jahr 1949. Die Gründung des „Centrum for new work“ schaut auf das Jahr 1984 zurück. Doch ein Visionär war er schon immer. Die zunehmende Digitalisierung und die ersten Generationen, die wie selbstverständlich mit ihr aufgewachsen sind, geben ihm recht. Arbeit hat sich verändert. Auch in den Therapiepraxen. Und das Verständnis von Arbeit bei den jungen Mitarbeitern ebenfalls. Was diese „Neue Arbeit“ ausmacht, das ist das Thema dieses Beitrags.

Die Nutzung neuer Technologien

Die moderne Technik, insbesondere die digitalen Netzwerke bringen die Menschen immer näher zusammen. Das hat auch Auswirkungen auf die Art und Weise, wie wir Arbeit verstehen. Teamgrenzen in den Praxen stellen heute keine Informationsgrenzen für die Mitarbeiter mehr dar. Sie beziehen ihr Wissen und ihre Inspirationen heute aus Foren und Netzwerken, von Kollegen und anderen Quellen aus der ganzen Welt. All dies wird ermöglicht durch digitale Medien wie Facebook, WhatsApp und Google. Diese Veränderung sollten wir jedoch nicht als Risiko verstehen. Vielmehr ist es eine neue Kultur der Arbeit, die ihre Wirksamkeit nicht mehr aus der Größe einer Praxis oder des Teams bezieht, sondern sich Quellen über alle Grenzen hinweg bedient. Das Smartphone oder das Tablet sind heute selbstverständliche Begleiter der Arbeit geworden. Hier digitale Zugänge für die Mitarbeiter zu schaffen, z.B zu Physiomeetsscience.com, und damit die Qualität des Inputs, hin zu einer evidenzbasierten Therapie zu fördern, könnte eine erste Reaktion auf diese Veränderung sein.

Auch die Einführung einer digitalen Infrastruktur in unseren Praxen sollte jetzt ganz oben auf der Agenda der Praxisinhaber stehen. Denn das volle Potential der jungen Generationen wird sich nur entfalten können, wenn sie auf eine gewohnte Umgebung zugreifen können.

Die Sinnstiftung durch Arbeit

Arbeit ist nicht nur die Bewältigung von anstehenden Aufgaben, seien sie durch Patientenanfragen entstanden oder durch die Praxisleitung angeordnet. Arbeit wird immer individueller verstanden. Denn sie dient nicht nur dem Broterwerb, sondern in zunehmender Weise auch der persönlichen Entwicklung.

Die zentrale Frage für die Übernahme einer Aufgabe ist demnach nicht mehr: „Was steht an?“ Nach Bergmann ist es auch nicht: „Was will ich?“ Es ist die Frage: „Was will ich wirklich wirklich?“ Diese neue Sichtweise ist in höchstem Maße individuell und lässt sich nur im persönlichen Gespräch beantworten.

Das das Aufgabenspektrum eines Therapeuten heute nicht mehr durch seine Berufsbezeichnung definiert wird, mag auf den ersten Blick verunsichernd wirken. Wenn wir die neue Sinnstiftung jedoch näher betrachten, eröffnen sich uns ganz neue Perspektiven in den Bereichen Qualität und Kontinuität.

Was Sinn stiftet, erfüllt

Wer einen Beruf im Bereich der Heilmittel für sich wählt, hat meistens eine ganz persönliche Motivation dazu. Die Leistungsbeschreibungen in den Rahmenverträgen und die Inhalte der erworbenen Zertifikate sind meist nicht ausreichend, um zu beschreiben, was der einzelne Therapeut erreichen und leisten möchte. Die Beweggründe sind meist wesentlich enger gesteckt und genauer definiert. Trifft jedoch die Aufgabe auf diese intrinsische Motivation, wird eine sinngebende Arbeit möglich, die auch noch gute Ergebnisse für die Patienten ermöglicht. Angetrieben wird diese Motivation durch eine ganz persönliche Vorstellung von dem, was der eigene Beruf und das eigene Wirken ausmachen soll.

In diesem Sinne werden wir es zunehmend mit jungen Spezialisten zu tun haben. Junge Mitarbeiter, die sich im Bereich ihrer ganz persönlichen Spezialisierung zum Experten entwickeln möchten und ein Umfeld suchen, in den sie das auch tun können.

New-Work bedeutet auch Diversität und Gemeinschaft

Wo bisher der Fokus auf der Spezialisierung einer Praxis lag, tritt nun die Spezialisierung des einzelnen Mitarbeiters in den Vordergrund. Was weitreichende Folgen für das Marketing, insbesondere im Web und Socal-Media haben wird, führt innerhalb eines Teams zu einer fruchtbaren Diversität.

Insbesondere unsere Beiträge zur effizienten Team-Kommunikation werden hier ansetzen und auch Euren Teams zu lebhaften und ergebnisorientierten Teamsitzungen verhelfen.

Das eigene Therapeuten-Profil entfalten und dabei von Kollegen umgeben zu sein, die es nach ihren Vorstellungen auch tun, das schafft ein Umfeld des Wachstums und der Entwicklung. Begriffe wie horizontale Karriere, Entwicklung zum Experten, Employer-Branding und Experten-Positionierung werden uns in naher Zukunft noch beschäftigen und sicherlich auch Gegenstand unserer Artikel sein.

New-Work geht uns alle an

Die neue Arbeit muss keinesfalls ein Schreckgespenst sein. Vielmehr ist sie eine neue Form der Zusammenarbeit und der persönlichen Entwicklung. Für die Mitarbeiter und Praxisinhaber stellt sie die Weichen, hin zu einer Steigerung der persönlichen und fachlichen Kompetenzen und für unsere Patienten sorgt sie für eine evidenzbasierte und effiziente Versorgung.

Eine Herausforderung ist New-Work dennoch für die Praxen. Weshalb wir in unseren kommenden Beiträgen näher auf die einzelnen Bereiche eingehen werden.

Related Articles

Responses

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.