Digitalisierung Therapeuten

Die Digitalisierung der Therapieberufe kommt

Mit der Telematik-Anbindung steht nun auch ein Datum fest.

Die Digitalisierung der Therapieberufe scheint auf den ersten Blick zu den Praxen zu passen, wie die Seefahrt zur NASA. Auf der einen Seite stehen traditionelle Arbeitsabläufe und der berufliche Wunsch, von Mensch zu Mensch zu arbeiten. Die persönliche Beziehung zwischen Patient und Therapeut bildet ja schließlich die Basis unserer Arbeit. Auf der anderen Seite steht eine globale Vernetzung, die die Kommunikation und den Austausch von Daten und Informationen vollkommen verändert hat. Mit der kommenden Anbindung der Therapeuten an die Telematik wird die digitale Welt endgültig Einzug in unsere Praxen nehmen. Die Digitalisierung der Therapieberufe kommt nun erkennbar auf uns zu. Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg. Wie weit sich die Digitalisierung in der Arbeitswirklichkeit der Therapeuten der Physiotherapie, Ergotherapie, Podologie und der Logopädie schon heute auswirkt, ist das Thema dieses Beitrages.

Sehen und gesehen werden

Wer heute auf gut gefüllte Terminplaner blicken möchte, kommt am Thema Internet schon nicht mehr vorbei. Doch eine bloße Webseite, die einmal eingerichtet vor sich hin dümpelt, reicht heute lange nicht mehr aus. Denn mit der Gewöhnung unserer Patienten an Smartphones, hat sich auch das Suchverhalten der Patienten deutlich verändert. Schon stehen Themen wie „mobile first“, SEO und nicht zuletzt DSGVO für die Praxen an. Auch auf die Inhalte der Seiten und deren Relevanz für den einzelnen Nutzer werden heute gänzlich neue Ansprüche gestellt. Mit dem Thema Webseiten und Webdesign werden wir uns in den kommenden Beiträgen noch genauer befassen.

Abläufe neu denken

Wo wir schon bei der Terminplanung sind. Hier kann man am deutlichsten sehen, wie weit eine Praxis vom aktuellen Stand der Digitalisierung entfernt ist. Denn, was mit einem Ringbuch-Kalender am Empfang beginnt, kann nur schwerlich als digitaler Prozess enden. Doch gerade hier sind die Hürden für therapeutische Praxen am höchsten. Wenn die Terminplanung auf eine digitale Lösung umgestellt werden soll, hat das Auswirkungen auf die gesamten Abläufe in der Praxis. Denn eine digitale Terminplanung macht letztendlich nur dann Sinn, wenn sie auf einer digitalen Patientenverwaltung, Raumplanung und Mitarbeiterverwaltung aufbaut. Auch die Ausstattung der Praxis mit EDV und die Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit den neuen Medien bedeuten für viele Praxen eine enorme Anstrengung. Nicht nur finanziell. Wie die Umstellung der Abläufe sinnvoll und ohne Störung der Therapie-Prozesse gelingt, wird uns in Zukunft also noch intensiv beschäftigen müssen.

New-Work in der Therapiepraxis

In kaum einem Bereich hat die Digitalisierung der Therapieberufe so starke Veränderungen gebracht, wie in der Art, wie wir arbeiten. Insbesondere bei jüngeren Mitarbeitern, die mit den digitalen Möglichkeiten aufgewachsen sind, zeigt sich eine völlig andere Denkweise über das Thema Arbeit. Auch die Ansprüche an die Arbeitsstelle, an die Prozesse und die Weisungsbefugnisse haben sich durch den digitalen Wandel deutlich verändert. Das Werte-Verständnis der jungen Mitarbeiter zu berücksichtigen und Arbeitsplätze zu schaffen, die den Mitarbeitern der Generation Y und Z gerecht werden, ist eine Aufgabe, die es zu meistern gilt. Mehr zu New-Work in der Therapiepraxis ließt Du hier.

Arbeit wird individueller

Ein wesentliches Merkmal, das New-Work ausmacht, ist die Individualität. In einer digitalen Welt muss man nicht mehr nehmen was kommt. Das ist den jungen Mitarbeitern bekannt und bewusst. Die eigenen Stärken und Interessen treten immer weiter in den Vordergrund. Bloße Berufsbezeichnungen oder der Besitz von Zertifikaten ist schon lange nicht mehr Grund genug, bestimmte Behandlungen in der Praxis zu übernehmen.

Vielmehr steht die persönliche Entwicklung und Spezialisierung im Fokus der Mitarbeiter. Und das hat Auswirkungen auf die Terminplanung, auf die Fort- und Weiterbildung und damit auch auf das Angebot der Praxis, das immer mehr von den Mitarbeitern definiert wird. Somit wird klar: die Digitalisierung und die Kultur, die aus ihr erwachsen ist, fordert ein Umdenken in den Praxen auf allen Ebenen. Zudem bedarf dieses Umdenken einer Fülle an Informationen und neuen Prozessen, die wir in den kommenden Artikeln aufbereiten werden.

Die Digitalisierung der Therapieberufe bringt neue Kommunikationsformen in die Praxis

Auch offline hat die junge Generation eine gänzlich andere Art der Kommunikation gelernt. Und die ist mit der klassisch hierarchischen Kommunikation im Berufsleben wenig bis nicht kompatibel. Ziele wie die eigenen Kompetenzen ins Spiel zu bringen, daran zu wachsen und sich beruflich in eine individuelle Richtung zu entwickeln sind heute elementare Bestandteile von beruflicher Kommunikation. Methoden, diese zu berücksichtigen und damit Teamsitzungen und die Gespräche in der Teeküche zu mehr Effizienz zu verhelfen, sind bereits bekannt. Die Digitalisierung macht es nun erforderlich diese auch zu nutzen.

Gehen wir es an

Die Digitalisierung als Zukunftsthema zu betrachten und zu beobachten, ist für Therapiepraxen und Therapeuten heute keine Option mehr. Die Digitalisierung der Therapieberufe kommt näher und ist für viele Praxen und Therapeuten längst Realität geworden. Und sie hält Lösungen und Werkzeuge für uns bereit, die nicht nur die Abläufe in den Praxen verbessern, sie bringt auch Möglichkeiten, mit denen wir unsere Berufe deutlich verändern bzw. aufwerten können. Und das sowohl für uns als Behandler, aber auch für die Versorgung unserer Patienten.

Damit wir den Anschluss an diese Entwicklung nicht verpassen, starten wir heute die Kategorie „Digitalisierung“ und damit unseren neuen Blog.

Wenn Du als Leser Anregungen und Themen hast, die Du gerne mit uns teilen möchtest, nutze gerne die Kommentare oder schreib uns an.

Wir wünschen viel Erfolg. Bis zum nächsten Beitrag auf Heilmittel-Praxis.de

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